Interview - In puncto Zuverlässigkeit ist MORITA ein Vorreiter

· Seit Oktober 2025 führt der Zahnarzt Dr. Jonas Zupanc gemeinsam mit seinem Bruder Dr. Lennart Zupanc die Gemeinschaftspraxis „Zahnerhaltung Dortmund“. Die Praxis ist auch eine Überweiserpraxis für komplexe Wurzelkanalbehandlungen und Zahnunfälle. Dr. Jonas Zupanc (Zahnarzt, Spezialist für Endodontologie der DGET) erläutert im Interview, wie er arbeitet und wie er es schafft, auch komplexe endodontische Problemfälle sicher und effizient zu behandeln.


Herr Dr. Zupanc, Sie haben vor wenigen Monaten eine Zahnarztpraxis übernommen und neu positioniert. Was ist Ihr Anspruch in der Arbeit mit Ihren Patienten?

Wir sind mit unseren dentalen Schwerpunkten in der Parodontologie und Endodontie sehr stark auf die Zahnerhaltung ausgerichtet und möchten auch in den Fällen unsere Leistungen anbieten, wo andere an ihre Grenzen kommen. Das sind dann beispielsweise die endodontischen Problemfälle wie Fragmententfernungen, Perforationen oder stark obliterierte Wurzelkanäle. Sowohl klinisch als auch bezogen auf die zum Einsatz kommenden Instrumente haben wir den Anspruch auf einem qualitativ sehr hohen Niveau arbeiten. 

Sie haben sich auf die Endodontie spezialisiert. Welches Setup nutzen Sie?

Wichtig ist erst einmal die Bildgebung. Hier verlassen wir uns in der Praxis auf den Veraview X800 von MORITA, ein 2D/3D Röntgen-Kombinationsgerät, das auch das kleinste Detail sichtbar macht. Für die Aufbereitung nutze ich den Endomotor (mit integriertem Apex Locator) Tri Auto ZX2+ und den Apex Lokator Root ZX Mini von MORITA. Schließlich habe ich mein Mikroskop während der gesamten Behandlung im Einsatz.

Warum haben Sie sich für die Endo-Lösungen von MORITA entschieden?

MORITA ist in der Endodontie ein guter Name und hat das meiner Meinung nach beste endodontische DVT (Digitaler Volumentomograph) auf dem Markt. Ich arbeite selbst bereits seit 2019 mit dem Röntgen System Veraview X800 – zunächst noch in einer Bonner Überweiserpraxis und jetzt auch in unserer Dortmunder Praxis. Darüber hinaus steht Morita für Werte wie Verlässlichkeit und für eine hohe Qualität. MORITA-Geräte sind einfach ausgereift, wenn sie auf den Markt kommen, und damit sind sie wenig wartungs- oder fehleranfällig.

Mit dem Tri Auto ZX2+ von MORITA nutzen Sie einen Endo Motor für die moderne Wurzelkanalaufbereitung. Wie sind hier Ihre Erfahrungen?

In Bonn habe ich noch mit einem kabelgebundenen Endomotor gearbeitet. In unserer Praxis wollte ich aber auf einen kabellosen Motor ohne Fußschalter umstellen. Deswegen habe ich mich für ein „Aufbereitungshandy“ entschieden. Hier gibt es mittlerweile ja zahlreiche Geräte auf dem Markt. Der Endo Motor mit integriertem Apex Locator Tri Auto ZX2+ von MORITA hat mich vor allem aufgrund des Optimalen-Gleitpfad OGP2 (Optimum Glide Path) und des OTR (Optimum Torque Reverse) Modus überzeugt. Diese beiden Modi machen den Motor besonders.

Man sagt ja, dass OGP2 mittels einer neuen reziprok oszillierenden Bewegung das Risiko eines Feilenbruches auf ein Minimum reduziert. Wie ist Ihre Erfahrung?

Da die Gleitpfadpräparation naturgemäß mit sehr dünnen Instrumenten erfolgt, sind Feilenfrakturen bei diesem Arbeitsschritt so gut wie immer auf eine Torsionsfraktur zurückzuführen: Die Feilenspitze verklemmt im Kanal, wird durch den Motor weiter rotiert und bricht schließlich. Bei den dünnen Gleitpfadfeilen hilft eine Drehmomentbegrenzung erfahrungsgemäß nicht sicher, diese Torsionsbrüche zu vermeiden. Deshalb fand ich den OGP2 Modus so interessant: Durch die reziprok oszillierende Bewegung wird das Instrumente ja ähnlich wie bei der Watch-Winding Motion, welche wir von der manuellen Gleitpfadpräparation kennen, im Kanal bewegt. Selbst wenn die Instrumentenspitze sich verklemmt, wird das Risiko einer „Überdehnung“ des Instruments durch den Motor so auf ein Minimum reduziert.  Gerade bei der Gleitpfadpräparation oder der Aufbereitung sehr enger Kanäle ist das ein Feature, auf welches ist nicht mehr verzichten möchte.

Bricht auch einem erfahrenen Endodontologen mal eine Feile im Wurzelkanal ab?

Da zitiere ich immer gerne meinen alten Chef und Doktorvater Prof. Dr. Edgar Schäfer, der gesagt hat: „Wer noch nie eine Feile abgebrochen hat, der macht nicht viel Endo.“ Also ja, bei 350-400 komplett aufbereiteten Molaren im Jahr passiert mir das auch, aber es passiert zum Glück sehr selten. Leider kann das kein Motor zu 100 % vermeiden.

Welche Faktoren spielen aus Ihrer Erfahrung bei der maschinellen Aufbereitung die größte Rolle für eine klinisch erfolgreiche Behandlung?

Der Endomotor ist sicher wichtig, aber ehrlich gesagt spielt das Manuelle im Hinblick auf Kontrolle, Taktilität und Sicherheit für den Erfolg eine mindestens ebenso große Rolle, insbesondere bei komplexen anatomischen Gegebenheiten. Dennoch muss der Motor ein gutes Drehmoment und eine vernünftige Drehmomentbegrenzung haben, damit ich den Kanal sicher aufbereiten kann. Wichtig ist auch der Workflow. Ich möchte verschiedene Modi einstellen können, um sowohl reziprokierend als auch vollrotierend arbeiten zu können. Der Endomotor Tri Auto ZX2+ erlaubt das und bietet auch einen Linkslauf an. Diese Programmierbarkeit des Geräts gefällt mir schon sehr gut. Und die simultan zur Aufbereitung mögliche Messung bietet mir eine einfache Hilfestellung.

Wie nutzen Sie die angesprochenen Speicherplätze im Tri Auto ZX2+, sprich: Wie ist Ihr Workflow?

Es gibt insgesamt 9 von MORITA voreingestellte Speicherplätze, die man entweder so nutzen oder wie ich individuell belegen und programmieren kann. Ich fange beispielsweise bei der Gleitpfadpräparation immer im OGP2 Modus an. Damit belege ich den Modus M1. Danach arbeite ich vollrotierend weiter und stelle mir dazu auf M2 die MANI-Feile ein. Bei schwierigen Fällen greife ich dann gerne auf den OGP2 oder den OTR Modus zurück.

Der Tri Auto ZX2+ verfügt über einen optimierten Apex-Stopp. Ist das hilfreich? 

Ich muss gestehen, dass ich diese Funktion nicht nutze, weil ich einen anderen Workflow bevorzuge. Ich messe den Kanal immer vorher mit dem Apex Lokator  Root ZX mini und Handfeilen aus. Für eine optimale, reproduzierbare Messung sollte der Kanal nur leicht feucht sein, für die Aufbereitung jedoch möchte ich ihn komplett mit Natriumhypochlorit fluten. Letztlich ist es eine Glaubenssache. Viele Zahnärzte messen simultan, andere im Vorfeld der Aufbereitung. Ich gehöre dem zweiten Lager an.

Herr Dr. Zupanc, es gibt manchmal komplexe Fälle, vielleicht versteckte und gekrümmte Wurzelkanäle. Wie bereiten Sie sich auf solche Fälle vor?

Zunächst fertigen wir immer eine 2D Röntgen Aufnahme an oder bekommen diese vom Überweiser zugeschickt. Damit können wir die Komplexität häufig einschätzen und machen dann in Einzelfällen noch eine 3D Röntgenaufnahme mit einem kleinen Field of View. Damit kann man den Kanalverlauf und etwaige Schwierigkeiten ganz genau erkennen. Dann entscheiden wir uns für das geeignete Feilensystem und nehmen auch die Einstellung beim Endomotor vor.

Genügen die Röntgenbilder aus der Überweiserpraxis denn Ihren Anforderungen als Endodontologe?

Problematisch kann es werden, wenn die Patienten bereits mit einer DVT Aufnahme zu uns kommen. Oft sind die 3D-Aufnahmen mit einem viel zu großen Volumen und einer entsprechend falschen Auflösung gemacht worden. Im schlimmsten Fall liefern mir solche Aufnahmen für die Behandlungsplanung keine Mehrinformationen gegenüber der 2D Aufnahme. Wir stehen dann vor dem Dilemma entweder auf behandlungsrelevante Informationen durch die 3D Aufnahme zu verzichten oder eine neue Aufnahme anfertigen zu müssen, was für den Patienten nicht nur erneute Kosten, sondern auch eine erhöhte Strahlendosis bedeutet.

Bei endodontischen Fragestellungen ist es mir daher lieber, wenn wir die DVT Aufnahme selbst machen. Das Röntgen-Kombinationsgerät Veraview X800 hat einen hochauflösenden Endomodus mit einem kleinen Field of View. Damit bekomme ich mit wenig Strahlendosis genau die Informationen, die ich für meine Behandlung brauche.

Sie arbeiten je nach Fall mit verschiedenen Feilensystemen, darunter auch MANI – Wie sind Ihre Erfahrungen mit MANI? Gibt es da eine Besonderheit?

Wir arbeiten mit den rotierenden, radial-landed JIZAI Feilen von MANI, sprich Feilen, die durch weniger Schneidpunkte ein übermäßiges Eindrehen vermeiden, und somit das Bruchrisiko minimieren. Diese unterscheiden sich – wie ich finde – schon sehr von anderen Feilensystemen auf dem Markt. MANI Endodontie Feilen haben eine sehr gute Flexibilität, ohne sich im Wurzelkanal aufzudrehen. Mit der radial-landed MANI-Feile kann ich den natürlichen Wurzelkanalverlauf sehr sicher beibehalten. Das geht zwar nicht ganz so schnell, wie man das von anderen Feilensystemen kennt, aber es ist die Frage, ob ich diese Aggressivität im Kanal wirklich will. Bei einfachen Fällen kommt man damit schnell zum Ziel. Wenn man aber eine apikale Krümmung hat, wie typischerweise an der distalen Wurzel des 6er oder 7er im Unterkiefer, verletzt man mit einer zu aggressiven Feile schnell die natürliche Struktur und haut sich eine Stufe rein. So etwas kann man mit den MANI-Feilen viel schöner lösen.

Wie ist die Handhabung des Tri Auto ZX2+, vor allem in Bezug auf den Feilenwechsel?

Bei meinem Workflow gibt es die Besonderheit, dass ich gleich zwei Geräte habe. So kann mir die Assistentin immer schon die nächste Feile einstellen und ich muss nur die Geräte tauschen. Ich nutze manchmal 6-7 Feilen für eine Aufbereitung. Da macht ein schneller Wechsel schon Sinn. Das Schöne ist, dass ich mit einer Hand, ohne vom Mikroskop wegzuschauen, das Programm wechseln kann. Der große Vorteil des Endo Motors Tri Auto ZX2+ ist, dass ich keine Kabel und keinen Fußschalter habe und alles direkt einstellen kann. Das Gerät kann ich auch ablegen, wo immer Platz ist.

Sie haben den Root ZX Mini bereits erwähnt. Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Apex Lokator?

Als wir 2025 die Praxis übernommen haben, wurden neue Geräte angeschafft. Ich hatte in Bonn bereits während der letzten 7-8 Jahren mit dem Apex Locator Root ZX gearbeitet. Ich kenne das Gerät und weiß die Messergebnisse einzuschätzen. Das hat die Entscheidung relativ einfach gemacht, und ich habe mich für den Root ZX Mini entschieden. Er ist schnell, einfach, klein und handlich. Die japanische Fähigkeit, sehr viel Technik im kleinen Raum unterzubringen, ist auch ein wichtiger Aspekt – so benötigt das Gerät nur sehr wenig Platz auf dem Schwebetisch. Die Messung funktioniert zudem in unterschiedlichen Milieus und ich muss das Gerät nicht kalibrieren. Gerade in puncto Zuverlässigkeit sind die Innovationen von MORITA seit langem Vorreiter.

Zum Schluss noch ein Ausblick: Welche Innovation müsste aus der Sicht des Endodontologen noch erfunden werden?  

Es wäre echt cool, wenn wir ein bisschen digitaler bei den Mikroskopen aufgestellt wären. Am liebsten hätte ich die Röntgenaufnahme und die Anzeige des Apex Locators in mein kleines Behandlungsfeld hineinprojiziert, so dass man noch weniger vom Mikroskop wegschauen muss. Ansonsten sind wir schon wirklich gut aufgestellt.

Herr Dr. Zupanc, herzlichen Dank für das spannende Gespräch.

Über Morita
Die Morita-Gruppe zählt zu den bedeutendsten Herstellern von medizinisch-technischen Produkten. Das japanische Traditionsunternehmen mit Vertriebsgesellschaften in Europa, USA, Brasilien, Australien und Afrika weist ein breites Sortiment auf. Führend in der Röntgendiagnostik und der Endodontie bietet das Produktportfolio leistungsstarke bildgebende Systeme bis hin zur 3-D-Volumentomographie, Behandlungseinheiten, Turbinen, Hand- und Winkelstücke, Instrumente sowie endodontische Mess- und Präparationssysteme. Mit ausgeprägtem Qualitätsdenken und kontinuierlicher Forschung orientieren sich weltweit mehr als 2.000 Mitarbeitern an den Bedürfnissen von Anwendern und Ärzten. So lebt der Geist von Junichi Morita weiter, der das Unternehmen im Jahr 1916 gründete. Morita befindet sich mittlerweile in dritter Generation in Familienbesitz unter Leitung von Haruo Morita.
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